Geboren Mitte der fünfziger Jahre, in der Hochzeit des Kalten Krieges, aufgewachsen und volljährig geworden in der Phase der Entspannungspolitik, zu Grabe getragen mit dem Ende der deutschen Zweistaatlichkeit – das war der Deutsche Militärverlag, ab 1973 der Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik.
Verstümmelt, zerstückelt, zerschlagen wurde der Kadaver des Verlags – zum Widerspruch nicht mehr fähig – nach der politischen Wende wiederholt verhökert.
2010 kehrte der Verlag – kaum noch als solcher zu erkennen – an seine Geburtsstätte Berlin zurück.
Nun, 2025, wird er reaktiviert, da das Kriegsgeschrei den Ruf nach Frieden zu übertönen droht und Stimmen nötig werden, die nicht kriegstüchtig, sondern friedensfähig machen.
Ganz im Geiste Rosa Luxemburgs, am Vorabend des Ersten Weltbrandes in der ostdeutschen Stadt Leipzig formuliert: »Solange das Kapital herrscht, werden Rüstungen und Krieg nicht aufhören.«
Die Friedenstaube im Berliner Nikolai-Viertel stammt von Gerhard Thieme (1928-2018). Der Berliner Bildhauer schuf auch den dreieinhalb Meter großen Bauarbeiter, der in der Karl-Liebknecht-Straße steht und den sie »Goldfinger« nennen, weil viele Menschen seine Hand ergreifen.
Berlin im März 2025
