Freistaat Wald. Utopia 2025

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Roman

Fünf Menschen ohne Dach überm Kopf und ohne Perspektive. Das Leben hat sie unter eine Brücke am Stadtrand gespuckt, die Gesellschaft sie ausgeschieden. Die Not hat sie zusammengeführt. Drei Frauen, zwei Männer. Der eine weiß, der andere schwarz, vom Alter her wie Vater und Sohn. Die Jüngste wurde in Sibirien geboren, die beiden anderen Frauen stammen aus Frankreich und von jenseits des Ozeans, aus den USA.
Sie packen ihre sieben Sachen, brechen auf. Verschwinden. Sie wollen nicht mehr um Almosen betteln. Weder auf den Straßen noch auf den Ämtern. Sie verlassen die Verhältnisse und die Stadt. …

ISBN: 978-3-327-10018-9
1. Auflage 2026
228 Seiten, 21 cm, brosch.

Beschreibung

Fünf Menschen ohne Dach überm Kopf und ohne Perspektive. Das Leben hat sie unter eine Brücke am Stadtrand gespuckt, die Gesellschaft sie ausgeschieden. Die Not hat sie zusammengeführt. Drei Frauen, zwei Männer. Der eine weiß, der andere schwarz, vom Alter her wie Vater und Sohn. Die Jüngste wurde in Sibirien geboren, die beiden anderen Frauen stammen aus Frankreich und von jenseits des Ozeans, aus den USA.
Sie packen ihre sieben Sachen, brechen auf. Verschwinden. Sie wollen nicht mehr um Almosen betteln. Weder auf den Straßen noch auf den Ämtern. Sie verlassen die Verhältnisse und die Stadt. Und begeben sich auf die Suche nach einem Ort, der sie leben lässt …
Thomas Bachmann entwickelt in seinem Roman eine Alternative zum »normalen Leben« in Mitteleuropa anno 2025. Lebenskundig und fantastisch, ernsthaft und dennoch heiter. Ein schöner, vielleicht sogar realistischer Traum.

ISBN/EAN: 9783327100189
1. Auflage 2026
Erscheinungstermin: 05.02.2026
Sprache: deutsch

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3 reviews for Freistaat Wald. Utopia 2025

  1. 5 out of 5

    Fantasievolles Gedankenspiel

    Eine Vision, eine Utopie., nennt der Schriftsteller und Maler Gerd Puls aus Westfalen Bachmanns Buch. Die Hoffnung auf ein Leben. Drei Frauen, zwei Männer, Obdachlose, die – bei allen Unterschieden, den verschiedenen Herkünften (Frankreich, Russland, USA, Afrika, Deutschland), bei aller Andersartigkeit – ihr Leben unter einer Brücke am Rand der Stadt eint. Sie lassen diese Stadt samt Brücke hinter sich, auf der Suche nach einer Bleibe, und so wandern sie, bei beginnendem Frühsommer, entlang des Flusses in Richtung Wald.

    Der Weg zurück also, könnte man denken. Zu den Wurzeln, in die Urzeit der Sammler und Jäger. Als der Mensch gerade das Feuer gefunden und sich nutzbar gemacht hat. Ein paar Tausend Jahre, was ist das schon? scheint Bachmann zu fragen. Vor ein paar Sekunden war das erst. Ein Roadmovie möchte man auch meinen, ausgelöst durch prekäre Lebensumstände. Eine kleine, zusammengewürfelte Gruppe Menschen aus bunten Städten, grauen Tagen, einer seltsamen Zeit.

    Schritte zurück in die Urgeschichte auf der Suche nach einer Überlebenschance. Aber auch der Weg in eine Zukunft. Stillstand darf es für die Handvoll Menschen nicht geben. Stillstand bedeutet Ende. Aufbruch also, die fünf sind auf ihrem Weg, lassen ihre Leben hinter sich. Dort passten sie nicht hin, nicht mehr. Nun sind sie unterwegs auf ihrem eigenen Pfad. Heraus aus der Hoffnungslosigkeit. Auf der Suche nach einem Ort, in dem Solidarität, Zusammenhalt und Respekt nicht verloren sind, im Einklang leben mit einem Reststück Natur mitten in Deutschland. Das sie zu finden hoffen auf ihrem Weg. Moderne Menschen unserer Zeit. Und Menschen auf der Wanderung wie vor Tausenden von Jahren.

    Es sind Berichte aus einem anderen Leben, die der Leipziger Schriftsteller Bachmann in den 17 Kapiteln seines Romans detailliert, anschaulich und auch humorvoll vor uns ausbreitet. Der Wald lässt die Aussteiger leben, bietet einen Ausweg, Chancen, Möglichkeiten. Auch Verbindungen zu Thomas Morus’ Utopia lassen sich ziehen. Das „normale“ Leben, heutige Realität aber findet immer wieder Wege in den Wald, so dass die fast märchenhaft wirkende friedliche Enklave immer wieder bedroht ist. Vom Papparazzo auf der Suche nach einer Hippie-Künstlerkommune bis zum Dorfpolizisten, von bierbäuchigen Städtern, als Jäger verkleidet, bis zum Trupp Scharfschützen auf Übung.

    Veränderung und Ausstieg, Umkehr und Rückkehr als Vision. Ein sehr zeitgemäßer Roman, ein schöner Traum, von dem der Leser hofft, er möge sich erfüllen. Ein im wahrsten Sinne märchenhafter und fantastischer Roman voll bitterer Ernsthaftigkeit. Reife Erkenntnisse eines lebenskundigen Autors.

  2. 5 out of 5

    Ein Traum, den man gerne mitträumt

    Es beginnt in der Stadt mit dem Aufbruch aus dem Obdachlosendasein unter einer Brücke, zunächst unaufgeregt und leise, aber allmählich entwickelt sich eine Dynamik, die zum Weiterlesen reizt. Die Protagonisten seines Romans „Freistaat Wald. Utopia 2025“, besser gesagt die Heldinnen und Helden, stellt Thomas Bachmann zunächst wie folgt vor: „Drei Frauen, die fast noch Mädchen sind, und zwei Männer, von denen der eine das Grau seiner Jahre als Bart im Gesicht trägt. Aber beide sind Krieger, der alte und der junge. Man könnte sie für Vater und Sohn halten, wenn der Alte nicht ganz augenscheinlich ein Europäer und der andere nicht ganz augenscheinlich ein Afrikaner wäre. Weiß und schwarz, Vater und Sohn, die beiden mögen einander, das kann man sehen.“

    Damit sind zwei der handelnden Personen bereits eingeführt. Weiter heißt es: „Die Frauen, die Mädchen, sprechen gebrochenes Deutsch, Französisch und Englisch können sie besser. Und die jüngste ist eine Russin aus Sibirien. … Unter die Brücke haben sie alle gefunden, fünf Menschen, fünf Geschichten, die nun für diesen Sommer eine werden soll.“

    Eine immer verrückter und bedrohlicher werdende Welt hat die beiden aus unhaltbaren Zuständen geflohenen ehemaligen Scharfschützen Haldor und Mawuko, die Musikerin Belka, das Modell Claire und die Wissenschaftlerin Akai, die einen indianischen Großvater hat, zusammengeführt.

    Als der Sommer beginnt, machen sich die fünf Wohnungslosen auf einem Pfad am Fluss entlang auf den Weg zu einem Wald, den Haldor aus seiner Militärzeit bei der NVA kennt und der durch die ehemals militärische Nutzung als „Sondermüll-Deponie“ gilt, und deshalb von Menschen gemieden wird. Aufeinander angewiesen und liebevoll verbunden ist „diese Gemeinschaft alles zugleich, Geschichten und Vergangenheiten, Bruder und Schwester, Mann und Frau, Amerika, Russland, Afrika, Frankreich und am Ende auch Deutschland: ‚Es ist wirklich ein ziemlicher Haufen Glück“, wie es auf Seite 148 heißt.

    In einer Welt, in der jeder Fortschritt ein Schritt von sich fort ist, wird die Rückkehr in die Natur für die Fünf zu einer Rückkehr zu „Mutter Natur“ und zu ihrer eigenen Natürlichkeit, wobei eine Menge Wunder geschehen. Thomas Bachmann schafft für die kleine Gruppe, die sich mal als Sammelsurium, mal als Horde von Urmenschen und schließlich als Familie begreift, ein kleines Paradies mit einem See zur Wasserversorgung, zum Baden und Angeln.

    Neben Fischen stehen von Haldor und Mawuko geschossene Hasen und alles, was der Wald, die Felder und Obstgärten der etwas ferneren Umgebung hergeben, auf dem Speiseplan. Später kann sogar – dank eines Tante-Emma-Ladens im nächsten Dorf – ein kleiner Garten angelegt werden.

    Vertrauen zueinander und Liebe hält die kleine Gemeinschaft zusammen. Das Abenteuer besteht letztlich auch darin, Mensch zu sein und kein Abziehbild. In einer Gesellschaft in der viele ihre Mitte verloren haben, konzentrieren sich fünf Menschen auf Wesentliches; für gesellschaftlichen Schnickschnack gibt es in schön ausgemalten Bildern nur Hohn und Spott.

    Selbst unangenehme Überraschungen, erweisen sich durch den klugen Umgang des alten Haldor mit Menschen, die am Rande in die Idylle eindringen, manchmal als Quelle besserer Versorgung, vor allem für den Winter. Denn inzwischen haben sich die „Urmenschen“ mit Geschick und Fleiß in einer Höhle, die bald auch eine Werkstatt, ein Kinderzimmer und eine Bibliothek umfasst, eingerichtet. Jeder bringt sein Können ein: Belka baut einen Ofen, Haldor Möbel und Claire näht Pelzmützen… Und dann ist da noch der von der Zivilisation vergessene, entfernt liegende Bunker aus NVA-Zeiten, der wahre Schätze birgt. So entwickelt sich die Gemeinschaft immer weiter zum „Freistaat Utopia“.

    Nicht nur Naturfreunden, Anarchisten, Aussteigern, Hippies, und Menschen, die das derzeitige gesellschaftliche und politische Zusammenleben als dekadent und bedrohlich empfinden, sei die Lektüre dieses ungewöhnlichen Romans empfohlen. In angenehm lakonischem Stil und voller Lebensweisheit hat Thomas Bachmann ein modernes Märchen, eine Art Schelmenroman, geschrieben, in dem sich immer ein Ausweg findet und vieles gelingt – mit großer Sympathie zu Menschen, die im Mainstream nicht mitschwimmen wollen oder können und mit Humor und spitzer Feder gegen die Auswüchse der mehr und mehr bedrückenden Zivilisation.

    Es passt, dass der Roman im Berliner Deutschen Militärverlag erschienen ist, der sich, anders als man im ersten Moment vermuten könnte, als Stimme für Frieden versteht in einer Zeit, in der die Kriegsrhetorik von Tag zu Tag lauter wird.

  3. 5 out of 5

    Eine fantasievolle Geschichte, die nachdenklich macht

    Der Autor ist ein Romantiker, aber der Roman spielt vor einem ernsten und realen gesellschaftlichen Hintergrund. Die Geschichte der fünf Obdachlosen, die sich eine lebenswerte Perspektive im Wald auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz schaffen, kann dazu anregen, sich mit den Zuständen, in denen wir leben, auseinanderzusetzen. Ich habe diese fantasievolle, manchmal etwas holzschnittartige Geschichte gern gelesen und wünsche dem Buch viele Leserinnen und Leser.

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